Manifest der Mieterbefreiung
Wohnen in den eigenen vier Wänden
Die Mieterbefreiung zielt darauf ab, jedem Menschen das rechtmäßige Eigentum an dem von ihm benötigten Wohnraum zu ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die aktuelle Krise des Mietmarktes
- Das historische Erbe der Wiener Zinshäuser
- Das historische Vorbild: Die Bauernbefreiung 1848
- Die Forderung: Die Mieterbefreiung jetzt
- Häufig gestellte Fragen zur Miterbefreiung
Einleitung
Wohnraum ist ein elementares Grundbedürfnis jedes Menschen. Daher sollte es selbstverständlich sein, für diesen existenziellen Lebensraum keinen Mietzins zahlen zu müssen. Jeder Mensch soll das Recht und die Möglichkeit haben, Eigentümer des von ihm benötigten Wohnraums zu sein.
Die aktuelle Krise des Mietmarktes
Besonders in den Großstädten lebt die Mehrheit der Bevölkerung mangels Alternativen in Mietwohnungen. Die Ursache dafür ist selten freiwillig gewählt: Es fehlt das nötige Kapital für den Immobilienerwerb, während gleichzeitig ein akuter Mangel an leistbaren Eigentumswohnungen auf dem Markt herrscht.
In den letzten Jahren haben die Mietkosten ein existenzbedrohendes Niveau erreicht. Mieter müssen selbst für kleine Wohnungen in schlechten oder peripheren Lagen mehr als die Hälfte ihres Einkommens aufwenden. Diese exorbitanten Mieten entziehen den Menschen systematisch die finanzielle Basis und hindern sie effektiv daran, Ersparnisse für den späteren Ankauf von Wohneigentum zu bilden. Ein System, das Mieter dauerhaft in der Abhängigkeit hält.
Das historische Erbe der Wiener Zinshäuser
Ein Großteil der in Wien um die Wende zum 20. Jahrhundert erbauten Wohnhäuser sind klassische Zinshäuser. Viele dieser und noch älterer Gebäude werden seit ihrer Errichtung exklusiv als Renditeobjekte vermietet. Die Eigentümer haben diese Häuser meist nie selbst bewohnt und besitzen keinerlei persönlichen Bezug zu den Gebäuden oder den darin lebenden Menschen. Sie dienen rein der privaten Vermögensvermehrung auf Kosten der Mieter.
Das historische Vorbild: Die Bauernbefreiung 1848
Im Jahr 1848 erfolgte auf Initiative des österreichischen Abgeordneten Hans Kudlich die historische Bauernbefreiung. Robot und Untertänigkeit der Bauern wurden ersatzlos aufgehoben. Erstmals konnten die landwirtschaftlichen Erzeuger rechtmäßige Eigentümer des von ihnen bewirtschafteten Bodens werden. Die bisherigen Grundherren wurden mit zwei Dritteln des Schätzwertes entschädigt – getragen jeweils zur Hälfte vom Staat und vom nun befreiten Bauern.
Die Forderung: Die Mieterbefreiung jetzt
Die Mieterbefreiung greift dieses historische Prinzip auf und überträgt es in die Moderne: Wie die Bauern vor über 175 Jahren, muß heute jeder Mensch Eigentümer des von ihm bewohnten und benötigten Wohnraums werden können. Die Überführung von Mietverhältnissen in echtes Eigentum ist der einzig nachhaltige Weg, um den Menschen ihre ökonomische Freiheit zurückzugeben.
Jeder Mensch soll Eigentümer des von ihm benötigten Wohnraums sein können.
Häufig gestellte Fragen zur Miterbefreiung
„Zur Miete zu wohnen ist billiger als im Eigentum zu leben“ – diese Behauptung hört man oft von Mietern. Doch entsprechen solche Aussagen der Realität oder handelt es sich um weitverbreitete Irrtümer?
Lösen gesetzliche Mietobergrenzen das Problem hoher Mieten?
In Österreich begrenzt das Mietrechtsgesetz (MRG) den Mietzins für Altbauten durch Kategorie- und Richtwertmieten. Zudem existieren viele unbefristete Altverträge ohne Indexierung. Die Folge: Manche Mieteinnahmen von Zinshäusern decken nicht einmal die Kosten für die notwendige Instandhaltung.
Geringe Renditen, hoher Verwaltungsaufwand und die gesetzliche Mindestbefristung von drei Jahren machen die Vermietung von Zweitwohnungen für private Eigentümer oft unattraktiv. Die Mieterbefreiung gleicht die Interessen von Kapitalanlegern und Menschen mit Wohnbedürfnis partnerschaftlich aus.
Regulieren sich Mieten nach Angebot und Nachfrage?
Durch das MRG und jahrzehntealte Verträge driften die Mieten gleichwertiger Wohnungen teils extrem auseinander. In der Wiener Innenstadt kostet beispielsweise eine 125-m²-Altbauwohnung mit Altvertrag 800 Euro, während die Nachbarwohnung mit Neuvertrag 1.600 Euro kostet. Große Immobilienbesitzer können das Mietniveau zudem durch gezielten Leerstand künstlich hochhalten.
Gibt es einen freien Markt für Eigentumswohnungen?
Der Markt ist stark verzerrt. Der enorme Anteil an Mietobjekten und Zinshäusern verknappt das Angebot an frei verkäuflichem Wohnraum. In den inneren Wiener Bezirken gibt es zwar tausende Wohnungen, aber nur ein Bruchteil wird von den Eigentümern selbst bewohnt.
Die meisten Altbauwohnungen kommen nie einzeln auf den Markt. Sie wechseln nur beim Verkauf kompletter Zinshäuser den Besitzer. Diese künstliche Verknappung treibt die Anschaffungskosten für Wohneigentum massiv in die Höhe. Zusätzlich blockiert die Stadt Wien als größte Wohnungseigentümerin den Markt, da ihre Gemeindewohnungen nur einem eingeschränkten Personenkreis offenstehen.